„Wir sind modern und traditionell, innovativ und konservativ“

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Es ist der 14. Mai 1880, als die Bewohner der Stadt Oelde im Herzen Westfalens zum ersten Mal eine Zeitung in den Händen halten, die ihre Wurzeln in ihrem Ort hat. Der Gründer Engelbert Holterdorf feierte in jenem Jahr seinen 23. Geburtstag – nun als Verleger und Herausgeber der „Oelder Zeitung“, die vier Jahre später in „Die Glocke“ umbenannt wurde. Heute, 138 Jahre später, begleitet „Die Glocke“ nicht nur das Frühstück der Menschen im Kreis Warendorf. Auch die Ostwestfalen im Kreis Gütersloh ziehen das Blatt jeden Morgen aus der Zeitungsrolle, lesen es in einer Tablet- und Smartphone-App in der Bahn oder werfen am Arbeitsplatz einen Blick in das Newsportal der Zeitung.

„Bei uns herrscht eine familiäre Atmosphäre, wir sind modern, dynamisch und innovativ, aber zugleich auch traditionsbewusst und konservativ“, sagt Frank Möllers, Chef vom Dienst. Was im ersten Moment widersprüchlich erscheine, ergänze sich im Alltag hervorragend, erklärt er. „Wir sind ein Haus mit langer Tradition, ein Familienunternehmen in vierter Generation: Das verstehe ich unter traditionell und familiär“, sagt Möllers. „Andererseits: Wie wir uns online entwickelt haben und wie bei uns neue Produkte entstehen – das beweist, dass wir auch modern und dynamisch sind.“ So sei aus dem Zeitungsverlag ein breit aufgestelltes Medienhaus geworden.

Vielfältige Möglichkeiten

Bedarf an jungen Talenten gibt es nicht nur in der Redaktion: Anzeigen wollen geplant, erstellt und gestaltet werden, Leser werden im Servicecenter und in Geschäftsstellen mit Informationen, Produkten oder Konzerttickets versorgt. Die IT sichert den reibungslosen Ablauf vom Redaktionssystem bis zur Telefonanlage, die Buchhaltung ist unverzichtbar. Wenn alle anderen Feierabend haben, geht in der Druckerei die Schicht erst los: Die Maschinen laufen kurz vor Mitternacht an. Ist die Zeitung gedruckt, beginnt für den Zustelldienst die Arbeit.

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Die gedruckten Zeitungen laufen an einer Kette durch die Druckerei. Bild: Die Glocke

„Bei uns ist ein Berufseinstieg in allen Bereichen möglich“, erklärt der Leiter der Personalabteilung, Frank Huneke. „Viele Mitarbeiter haben bei uns ihre Ausbildung absolviert und sind bereits seit Jahren im Hause.“ Jahre, in denen er schon einige Karriereschritte begleitet habe. „Es gehören sicher etwas Glück und Zufall dazu“, erinnert sich Huneke an die eigene Karriere. „Eine passende Stelle muss frei sein und ein guter Mitarbeiter muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.“

Mit Geduld und guter Arbeit steht einer Karriere auch in der Redaktion nichts im Wege, berichtet Frank Möllers. „Es gibt alle Aufstiegschancen“, verdeutlicht er. „1992 stand ein Schüler am Schreibtisch der Redaktionsleiterin in Ahlen und fragte, ob er freier Mitarbeiter werden könne. Heute leitet er als Chef vom Dienst die Gesamtredaktion“, erzählt Möllers schmunzelnd von seiner Laufbahn. „Die meisten Redaktionsleiter haben ihr Volontariat bei uns gemacht.“ Nachwuchsförderung und Personalentwicklung durch Aus- und Fortbildung seien dem Unternehmen wichtig. Führungspositionen werden gern mit eigenen Mitarbeitern besetzt.

Vom Praktikanten zum Volontär

Qualität hat im Verlag Priorität. So wird schon bei freien Mitarbeitern der Redaktionen begonnen, in Feinarbeit an Texten zu feilen, das Beste aus ihnen herauszuholen. Die Erfahrung hat auch Benedikt Miketta gemacht. Der 24-Jährige absolviert ein Redaktionsvolontariat bei der Heimatzeitung. Derzeitige Station: Lokalredaktion Gütersloh.  Der Ahlener kann auf acht Jahre freie Mitarbeit bei der „Glocke“ zurückblicken. „Die Glocke war meine erste Wahl“, erklärt er und hält inne. „Wobei – andere kamen gar nicht in Frage“, korrigiert er sich. „Als angesehene Zeitung, die auf qualitativen Journalismus Wert legt, war die Glocke für mich der richtige Schritt.“

Angefangen mit einem Schulpraktikum entdeckte er den Lokalsport für sich. „Das hat Spaß gemacht und ich habe mich immer mehr dafür begeistert“, erinnert Miketta sich. „Dann sollte ich auch für andere Ressorts schreiben, und als das Ende meines Studiums in Sicht war, stand bereits fest, dass ich das Volontariat dort mache.“ Entscheidend waren für ihn die familiäre Atmosphäre und die überschaubare Größe des Verlags. „Bei uns kennt man sich“, erzählt er fröhlich. „Zudem hat die Ausbildung bei der Glocke einen sehr guten Ruf.“

Duales Studium

Die Vorzüge der Redakteurs-Ausbildung bei einer Tageszeitung unterstreicht auch Frank Möllers. „Ich bin überzeugt, dass das Zeitungsvolontariat das beste Fundament für den journalistischen Beruf ist. Das klassische Handwerk lernt man nirgends so wie bei einer lokalen Tageszeitung.“ Dabei biete der Verlag so einige Anreize, das Volontariat dort zu absolvieren. „Es gibt die Möglichkeit, das Volontariat dual mit einem Crossmedia-Masterstudium in Bielefeld zu machen“, beginnt Möllers seine Aufzählung. Dabei dürfen sich die Absolventen nach drei Jahren „Master of Arts“ und „ausgebildeter Redakteur“ nennen.

Im klassische Volontariat geht es in mindestens drei Redaktionen und alle Ressorts. Verlagsprojekte und die Mitarbeit an Sonderpublikationen stehen ebenso auf dem Programm wie die Grundausbildung bei externen Einrichtungen. „Zudem gibt es Kooperationen mit verschiedenen Partnern, und: Wir bilden nach Tarif aus und bezahlen auch danach“, wirbt der Chef vom Dienst für den Verlag. „Wir bieten ein gutes Umfeld für die Ausbildung, gewähren aber gleichzeitig viel Flexibilität und Freiheit.“

Initiativbewerbungen gern gesehen

Die Struktur als Familienunternehmen sei ein entscheidender Unterschied zu anderen Medienhäusern, unterstreicht Möllers. Das ermögliche kurze Entscheidungswege, einen guten wie direkten Kontakt zur Chefredaktion und zu den Verlegern. Dennoch werde es schwieriger, junge Talente zu finden. „Früher hatten wir das Glück, dass sich freie Mitarbeiter oder junge Menschen aus der Umgebung beworben haben – das Unternehmen hat hier einen sehr guten Ruf“, berichtet Möllers von vielen Initiativbewerbungen. Diese würden aber weniger.

„Wer sich für ein Volontariat bewirbt, sollte Arbeitsproben mitschicken und mindestens ein Praktikum und besser freie Mitarbeit vorweisen können.“ Auch mit der Branche sollten Bewerber sich auseinandergesetzt haben. „Wir brauchen Leute, die mitdenken und aktiv sind – wer sich einen Nine-to-Five-Job wünscht, ist in der Redaktion verkehrt“, stellt Möllers klar.

Kreative Querdenker gesucht

Nicht so in anderen Abteilungen des Verlags: Dort seien zum Teil andere Charaktere gefragt, betont Personalchef Huneke. In der Redaktion hingegen gilt: „Routine ist gut, aber nicht zwingend notwendig. Ich würde den Querdenker, der unvoreingenommen und kreativ ist, vorziehen“, erklärt Möllers. Für die Bewerbung wünscht sich der Chef vom Dienst: „Wer bei uns einsteigen möchte, sollte ein gewisses Selbstbewusstsein haben, großes Interesse an dem Medium und etwas Erfahrung mitbringen. Aber vor allem: sich bewerben!“

Der gleiche Tipp liegt Benedikt Miketta auf den Lippen: „Wichtig ist, offen zu sein und nicht aufzugeben: Nicht alles kann sofort funktionieren“, sagt er. „Für den Lernprozess sind Nachwuchsjournalisten bei der Glocke aber gut aufgehoben.“ Miketta ist sicher: Wer ein guter Journalist werden will, muss durch die Lokalschule gehen und verstehen, wie Journalismus an der Basis des Lebens funktioniert.

Und vielleicht halten am 14. Mai 2055 die Menschen eine Jubiläums-Ausgabe der Zeitung in der Hand, die ihre Wurzeln in der eigenen Region hat. Und manche werden erzählen: „Es war 2018, als ich vor dem Schreibtisch einer Redaktionsleitung stand …“

 

Dein Kontakt ins Unternehmen:

Verlag E. Holterdorf GmbH & Co. KG
Für die Redaktion: Herr Frank Möllers
Für ausgeschriebene Stellen: Herr Frank Huneke

Engelbert-Holterdorf-Str. 4/6
59302 Oelde
Telefon: +49 (0) 2522 / 73-0
E-Mail:
moellers@die-glocke.de
huneke@die-glocke.de
Internet: www.die-glocke.de

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