Ein Hotspot für junge Gründer in OWL

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Zu dem ein oder anderen Young Professional passt kein altehrwürdiges familiäres Traditionsunternehmen. Da muss etwas Junges her. Etwas Modernes. Und vielleicht auch etwas Eigenes? Ein Startup wäre doch eine Idee. Zwar ist OWL nicht unbedingt der Hotspot für Startups, aber… Halt! Das stimmt nicht. Denn gerade OWL bietet für junge Gründer perfekte Voraussetzungen, wie uns Simon Machowiak von der Founders Foundation erklärt hat.

Die Founders Foundation wurde 2016 von der Bertelsmann Stiftung initiiert und ist die Kaderschmiede für Startups in OWL. Sie fördert den Kontakt und Austausch von jungen Gründern mit Mentoren, Hochschulen und Investoren. Außerdem bildet sie junge Gründer aus, bietet ihnen einen Raum zum Arbeiten und unterstützt sie in allen geschäftlichen Belangen. „Ziel des Ganzen ist es, OWL zu einem Hotspot für die Gründerszene zu machen“, erklärt Simon Machowiak, Volontär im Bereich Marketing Communication und seit einem Jahr Teil des Teams. Vorher absolvierte er das Studium „Medienkommunikation und Journalismus“ an der Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld und schloss mit dem Bachelor of Arts ab. Auch nach dem Studium wollte er in OWL bleiben und hat sich dann zunächst für ein Praktikum bei der Founders Foundation beworben. Auch nach seinem Volontariat plant er dort weiter zu arbeiten. „Ich habe als Young Professional angefangen und hatte auch vorher nicht die einschlägigsten Berufserfahrungen. Das Coole hier ist: es wird genau geguckt, was für Stärken du hast und dann wird geschaut, wie die Stärken hier bestmöglich eingebaut werden können.“

„Ich muss nicht acht Stunden lang an meinem Schreibtisch sitzen und von da aus arbeiten.“

Aber nicht nur die Startups sind jung und dynamisch. Auch die Founders Foundation selbst beschreibt der Young Professional Simon als ein Startup in einem Startup. „Das ist wirklich ein sehr junger und dynamischer Prozess hier. Ich rede immer vom Founders Foundation Speed Rail. Wir sind ein Unternehmen, was sich auch noch selbst finden muss. Als ich angefangen habe, hier zu arbeiten, waren wir zu siebt. Inzwischen sind wir 16 bis 18 Leute.“ Dieser Startup-Gedanke lässt sich auch in der Einrichtung des Großraumbüros erkennen. Es gibt drei lange Tische, an denen alle Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze haben. Eine offene Küche, mit bunten Kacheln befliest, schließt sich direkt an. Die Profi-Kaffeemaschine und der Obstkorb erfreuen sich hier großer Beliebtheit. In dem Raum, in dem wir uns für das Interview befinden, gibt es ein großes weiches Eck-Sofa, einen Fernseher und einen Kicker. Zwischenzeitlich begegnet einem Abby, der Founders Dog und „Feel Good Manager“ des jungen Unternehmens. Ein 9-to-5-Job ist das hier aber nicht. „Wir haben keine Stechuhr. „Get your shit done” ist hier eher das Motto. Mach deine Arbeit und dann kannst du auch kommen und gehen, wann du willst“, erklärt Simon. Als das Spannendste an seiner Arbeit beschreibt der 27-Jährige die unterschiedlichen Menschen und Ideen, mit denen er immer wieder zusammentrifft.

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Der Young Professional Simon Machowiak macht sein Volontariat bei der Founders Foundation in Bielefeld. Bild: Tabea Behrmann

Erst kürzlich wirkte er bei einem großen Event im Ringlokschuppen mit, bei dem die etablierten mittelständischen und großen Unternehmen mit den jungen Startups in Kontakt treten konnten. Ein voller Erfolg. Auch mit dem Herzstück-Programm, dem eigenen Founders Camp, versuchen die Mitarbeiter der Founders Foundation jungen Leuten das Handwerk für ihr eigenes Unternehmen an die Hand zu geben und ihnen dafür eine gewisse Sicherheit zu bieten. Denn das sei häufig das Problem für die junge Generation. „Ganz viele Menschen wollen ja nicht gründen, weil sie Angst vor diesem Risiko haben, dass sie auf der Straße stehen, wenn es nicht klappt“, fasst Simon die Zurückhaltung im Bereich Unternehmensgründung zusammen.

„In keiner anderen Region in Deutschland gibt es so viele Hidden Champions, wie hier.“

Auch wenn das System der Founders Foundation hinterher in viele andere Regionen übertragbar ist, sieht Simon in OWL einen entscheidenden Vorteil: „Wir haben hier die Innovationsklasse. Wir haben enorm viele Universitäten und Hochschulen und die etablierten Mittelständler. Hier können Synergien geschlossen werden. Es wäre doch gelacht, wenn wir die nicht zusammenbekommen würden.“

Als Besucher in den Räumen des Startups merkt man schnell, wie locker alle Mitarbeiter hier miteinander umgehen. Das Team sei sehr heterogen. Viele Persönlichkeiten arbeiten kreativ auf engem Raum zusammen, da nehme jeder eine Funktion im Team ein.
„Besonders, wenn man in Zeitdruck gerät und einfach funktionieren muss, stimmt die Teamdynamik“, betont der Young Professional. Auf die Frage, welchen Part er in dem Team einnehme, schmunzelt Simon. „Ich selbst bin einer, mit dem man immer Spaß haben kann und der immer auch dafür da ist mal zu lachen.“

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