Interview mit Umeta: Die Kunden sollen wiederkommen, nicht die Produkte

Die Metallwarenfabrik Umeta ist seit 1926 in Familienhand und schon seit der Gründung in Ostwestfalen-Lippe ansässig. Zu dem Produktportfolio gehören Abschmierprodukte und Drehteile, die das Unternehmen auch zu 50 Prozent in über 70 Länder exportiert.

„Alles das, was sich irgendwo bewegt in Maschinen, muss geschmiert werden. Sonst steckt es irgendwann fest, wird heiß und kann nicht mehr genutzt werden. Das verursacht möglicherweise Riesenschäden an hochwertigen Anlagen und kostspielige Ausfallzeiten. Das heißt, es muss Fett mit Hilfe eines Schmiernippels und einer Fettpresse an die entsprechende Stelle gebracht werden. Das sind unsere Hauptprodukte“, sagt die Marketingleiterin Karen Meyer.

Die Waren von Umeta werden alle in der eigenen Produktion in Bielefeld hergestellt. An Traktoren, an Krankenhausbetten und Schiffen, an Baggern, Maschinen und selbst an Gondeln – überall, wo Bewegung ist, kann man die Produkte finden. Karen Meyer, Sandra Mischke und Anita Derksen aus dem Marketing und Werkstudent Jens de Buhr haben sich die Zeit genommen, mehr über den Hidden Champion Umeta zu erzählen. Umeta-Bielefeld-Schmiernippel-Abschmiertechnik

Schmiernippel: Sie sorgen dafür, dass Maschinen aller Art gefettet werden und nicht heiß laufen       Foto: Laura Hesse

Umeta ist seit 92 Jahren in Familienhand. Was heißt das für das Unternehmen?
Meyer: Die Familie ist eins mit dem Unternehmen. Dadurch, dass das Unternehmen innerhalb der Familie immer von einer Hand in die Nächste gegangen ist, ist auch das Verantwortungsgefühl für das Unternehmen und die Mitarbeiter sehr hoch. Das ist anders bei Menschen, die von außen kommen und einfach ihren Job erledigen. Und natürlich die Verzweigung mit der Region als Familienunternehmen ist auch ein ganz wichtiger Punkt. Wir waren immer hier in OWL und viele unserer langjährigen Geschäftspartner und Lieferanten kommen aus dem Umfeld. Wir versuchen schon sehr stark in der Region zu bleiben.

Bringt das konkrete Vorteile?
Meyer: Ja, Kommunikation. Man kann sich einfach mal auf einen Kaffee treffen und Dinge besprechen. Wenn es ein Problem gibt, dann fährt man dahin, weil es um die Ecke ist. Aber auch die Waren sind nur kurz unterwegs und wir haben keine Wartezeit. Das alles bringt unheimliche Vorteile. Sehr häufig handelt es sich auch um inhabergeführte Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten und man kann sich darauf verlassen, dass die Abläufe funktionieren. Das sehe ich auch in der Region OWL als großen Vorteil. Die Mittelständler hier können durch Zuverlässigkeit, Qualität und das partnerschaftliche Verhalten sicherlich auch langfristig am Markt bestehen.

De Buhr: Wir wissen, dass die Produkte nach unseren Qualitätsstandards geliefert werden. Wir möchten ja, dass die Kunden wiederkommen und nicht unsere Produkte.

Wie beschreiben Sie die Region OWL im Umgang der Unternehmen untereinander?
Meyer: Offen und ehrlich. Wenn es Probleme gibt, wird das auf den Tisch gelegt, besprochen und es wird eine Lösung gefunden. Das ist ein sehr angenehmes Arbeiten.

De Buhr: Partnerschaftlich auf jeden Fall.

Setzen Sie bewusst auf junge Mitarbeiter oder ist das Alter in der Regel egal?
Meyer: Ich denke, die Mischung macht’s. Dass man sowohl erfahrene Mitarbeiter hat, aber auch junge Mitarbeiter, die einen entsprechend frischen Wind in das Unternehmen bringen. Bei einem so traditionellen Unternehmen wie Umeta sind natürlich auch teilweise Mitarbeiter hier, die schon 20 oder 30 Jahre in ihrem Job arbeiten. In dieser Altersgruppe haben wir ganz viele. Da ist es klar, dass die irgendwann abgelöst werden können und wir früh genug Nachwuchs haben. Es ist auch absolut gewünscht, dass wir unsere Auszubildenden übernehmen. Etwas Besseres kann einem ja gar nicht passieren, als jemanden einzustellen, der die Abläufe und das Unternehmen selbst kennt. Wir achten darauf, dass wir angemessen viele Stellen anbieten, sodass wir sicherstellen können, die Auszubildenden auch zu übernehmen.

De Buhr: Wir haben auch einige Mitarbeiter, deren Eltern hier auch schon gearbeitet haben und diese wiederum ihre Kinder selbst eingearbeitet haben. Bei Umeta sind teilweise mehrere Generationen einer Familie untergebracht.

Woran liegt es, dass die Mitarbeiter hier gerne arbeiten?
Meyer: Weil wir ein gutes Team haben. Man arbeitet eng zusammen, man versteht sich gut. Das finden wir ganz wichtig. Die Hierarchie ist außerordentlich flach und jeder kann selbstständig arbeiten und sich ausleben. Man muss vielleicht auch von der Mentalität her dazu geeignet sein, in so einem kleinen Unternehmen zu arbeiten. Hier ist nicht immer Dienst nach Vorschrift, sondern mehr anpacken und machen. Das ist nicht für jeden was.

De Buhr: Wir haben auch einige Events. Jedes Jahr gibt es eine Weihnachtsfeier, wo wir das Lager ausräumen und alle zusammensitzen, essen und feiern. Wenn der Chef Geburtstag hat, wird der Grill aufgebaut und es gibt Würstchen. Das kenne ich von anderen Unternehmen so nicht.

Mischke: Vielleicht liegt es auch an den Traditionen, die man hier schätzt, weil man sich auf sie verlassen kann. Das kann ein Startup zum Beispiel nicht haben, weil Traditionen Zeit brauchen.

Umeta-Marketing-Bielefeld
Das Marketing-Team von Umeta: (v.l.) Sandra Mischke, Anita Derksen, Jens de Buhr und die Leiterin Karen Meyer                                                                                                                                                         Foto: Laura Hesse

Für welche Positionen kann man sich bei Ihnen als Berufseinsteiger bewerben?
Meyer: Wir suchen für unsere Produktion, den CNC-Bereich, junge Leute. Hier haben wir neue Maschinen angeschafft, die natürlich fachmännisch bedient werden müssen. Auch über Bewerbungen für eine Ausbildung als CNC-Zerspanungsmechaniker, Mechatroniker oder Industriekaufmann freuen wir uns. In den Job einsteigen können Young Professionals selbstverständlich in allen Bereichen, wie z.B. Einkauf, IT, Vertrieb/Marketing und Buchhaltung. Natürlich nur, wenn hier freie Stellen zu besetzen sind.

Über welche Kommunikationskanäle erreichen Sie Ihre zukünftigen Mitarbeiter?
Meyer: Nicht nur für uns, sondern insgesamt ist es im Moment eine Herausforderung, junge Leute zu bekommen. Früher war das durch klassische Stellenanzeigen kein Problem. Da hatten wir genügend Bewerber. Das hat sich schon stark geändert in den letzten Jahren.

Derksen: Wir gehen da auch gerade neue Wege, um die jungen Menschen gezielter anzusprechen. Jetzt sind wir verstärkt in den sozialen Medien unterwegs, Facebook und Instagram etablieren wir zurzeit. Auf Jobmessen sind wir auch präsenter.

Was schätzen Sie persönlich an OWL?
De Buhr: Ich komme ursprünglich aus der Nähe von Düsseldorf. Da ist immer viel los und es ist hektisch. Jetzt wohne ich in Gütersloh und es ist einfach schön, die Abwechslung zu haben. Die Work-Life Balance wird sehr unterstützt durch die Mischung von Stadt und Land.

Meyer: Ja, man hat viele Freizeitmöglichkeiten. Ob es die Städte Bielefeld, Detmold oder Paderborn sind oder die Natur im Teutoburger Wald zum Wandern oder Mountainbiken. Man hat alles vor der Tür, aber trotzdem ist diese ganze Hektik nicht da, wie es in Großstädten der Fall ist. Ich bin gerne in Großstädten unterwegs, aber dann bin ich auch immer wieder froh, zurückzukommen und durchzuatmen.

Mischke: Auch die Anbindungen in OWL sind sehr gut. Der Ausbau der A33 ist ein Mehrwert für Young Professionals, die vielleicht auch nicht gebürtig aus der Region kommen und Familie und Freunde wo anders haben. Zu uns nach OWL findet man durch die gute Infrastruktur schnell.

Dein Kontakt ins Unternehmen:
http://www.umeta.com
Telefon Empfang: 0521 948 101

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